Was ist Ausbildung in Scientology – Lernen, Verstehen und Anwenden
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Neben Auditing gehört die Ausbildung zu den zentralen Bestandteilen von Scientology. Dabei geht es darum, Wissen zu erwerben, Zusammenhänge zu verstehen und das Gelernte praktisch anzuwenden.
Die Ausbildung umfasst unterschiedliche Bereiche: Kommunikation und zwischenmenschliche Beziehungen, Methoden des Lernens, organisatorische Fähigkeiten für Alltag und Beruf sowie die Ausbildung zum Auditor.
Der gemeinsame Grundgedanke besteht darin, Wissen nicht nur theoretisch aufzunehmen, sondern es auch im eigenen Leben nutzen zu können.
Welche Ziele verfolgt die Ausbildung?
Nach scientologischem Verständnis soll Ausbildung Menschen dabei unterstützen, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten weiterzuentwickeln und unterschiedliche Lebenssituationen bewusster zu bewältigen.
Dabei lassen sich drei wichtige Bereiche unterscheiden:
- Persönliche Fähigkeiten: Kurse zu Kommunikation, Lernen, zwischenmenschlichen Beziehungen und weiteren Alltagsthemen.
- Administrative Fähigkeiten: Kurse zur Planung, Organisation und Durchführung von Aufgaben im persönlichen und beruflichen Bereich.
- Auditorenausbildung: Das Erlernen der Verfahren, die innerhalb von Scientology beim Auditing angewendet werden.
Je nach Kurs stehen unterschiedliche Kenntnisse und praktische Fertigkeiten im Vordergrund. Die angestrebten Ergebnisse werden innerhalb von Scientology unter anderem mit besserem Verständnis, größerer Selbstbestimmung und einer bewussteren Gestaltung des eigenen Handelns beschrieben.
Wie läuft ein Scientology-Kurs ab?
Scientology-Kurse folgen üblicherweise einem festgelegten Studienablauf. Die Studierenden bearbeiten Texte, Aufgaben und praktische Übungen, häufig in ihrem eigenen Lerntempo.
Ein wichtiges Hilfsmittel ist das Kursblatt, im Englischen Checksheet. Es enthält die Materialien und Arbeitsschritte, die während eines Kurses durchlaufen werden sollen.
Die Reihenfolge ist so vorgesehen, dass die Studierenden schrittweise die für das jeweilige Thema erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben.
Zu den Aufgaben können das Lesen bestimmter Texte, das Klären von Begriffen, Wissensüberprüfungen sowie praktische Übungen und Demonstrationen gehören.
Hubbard unterschied dabei zwischen theoretischem und praktischen Abschnitten. Während die Theorie die zu studierenden Informationen umfasst, dienen die praktischen Übungen dazu, diese mit konkreten Gegenständen, Situationen und Handlungen in Verbindung zu bringen.
Im Mittelpunkt steht häufig das eigenständige Studium, nicht der klassische Frontalunterricht.
Unterstützt werden die Studierenden durch einen Kursüberwacher, auch Supervisor genannt.
Dieser achtet auf die Anwendung der vorgesehenen Studienverfahren und unterstützt bei Schwierigkeiten. Nach dem Ausbildungskonzept soll er den Studierenden dabei helfen, die Inhalte selbst zu verstehen, statt ihnen lediglich fertige Erklärungen vorzugeben.
Was bedeutet Studiertechnologie?
- Ron Hubbard entwickelte eigene Verfahren für das Lernen und Verstehen von Studienmaterialien. Innerhalb von Scientology werden diese als Studiertechnologie bezeichnet.
In seinen Schriften beschreibt Hubbard drei grundlegende Hindernisse beim Studium:
- Fehlende Anschauung („Masse“): Wenn jemand einen Gegenstand nur theoretisch behandelt, ohne sich ausreichend vorstellen zu können, worum es geht.
- Ein zu steiler Gradient: Wenn der Lernstoff zu schnell schwieriger wird und wichtige Grundlagen noch nicht ausreichend verstanden wurden.
- Missverstandene Wörter: Wenn Begriffe im Studienmaterial unbekannt sind oder in einer falschen Bedeutung verstanden werden.
Um solche Schwierigkeiten zu bearbeiten, sieht die Studiertechnologie verschiedene Verfahren vor.
Eine wichtige Rolle spielt das Wortklären. Dabei werden die Bedeutungen unbekannter oder falsch verstandener Wörter untersucht und im jeweiligen Zusammenhang geklärt.
Im Fall der fehlenden Anschauung können Gegenstände, Zeichnungen oder Modelle verwendet werden, um den Lernstoff zu veranschaulichen. Weiter soll der Lernstoff in aufeinander aufbauenden Schritten bearbeitet werden, um zu steile Gradienten zu vermeiden.
Nach Hubbards Verständnis sollen diese Verfahren helfen, Lernhindernisse zu erkennen und Inhalte nicht nur auswendig zu lernen, sondern tatsächlich zu verstehen und anwenden zu können.
Die Studiertechnologie beruht auf den von L. Ron Hubbard entwickelten Lernverfahren und seinen Erklärungen dazu. Einzelne Elemente, etwa das Klären unbekannter Wörter oder die Verwendung anschaulicher Beispiele, sind auch aus anderen Lernmethoden bekannt.
Administrative Kurse – Organisation im Alltag und Beruf
Neben Kursen zu persönlichen und geistigen Themen gibt es in Scientology auch Ausbildungen zu organisatorischen und administrativen Fragen.
L. Ron Hubbard entwickelte dafür zahlreiche Richtlinien und Verfahren, die innerhalb von Scientology als administrative Technologie bezeichnet werden.
Sie beschäftigen sich unter anderem damit, wie Aufgaben geplant, Tätigkeiten koordiniert, Ziele verfolgt und Arbeitsabläufe organisiert werden können.
Die behandelten Grundlagen können sowohl für Organisationen und Unternehmen als auch für die persönliche Planung von Aufgaben von Interesse sein.
Ein wichtiges Thema ist der Aktionszyklus. Damit wird der Ablauf einer Tätigkeit von ihrem Beginn über ihre Durchführung bis zu ihrem Abschluss betrachtet. Im Zusammenhang mit Kontrolle und Handlungsfähigkeit behandelte Hubbard außerdem die Aspekte Starten, Verändern und Stoppen.
Ein weiterer Bereich betrifft das systematische Planen und Organisieren. Hubbard unterschied dabei zwischen übergeordneten Richtlinien, Plänen, Programmen, Projekten und konkreten Aufträgen.
Ein Plan beschreibt beispielsweise, was erreicht werden soll und wie man grundsätzlich vorgehen möchte. Ein Programm gliedert dieses Vorhaben in größere Handlungsschritte. Einzelne Projekte und Aufträge dienen dazu, diese Schritte praktisch umzusetzen.
Administrative Kurse können sich deshalb unter anderem mit folgenden Fragen beschäftigen:
- Wie lege ich klare Ziele und Aufgaben fest?
- Wie plane und organisiere ich meine Tätigkeiten?
- Wie kann ich begonnene Aufgaben abschließen?
- Wie koordiniere ich Arbeitsabläufe und Zuständigkeiten?
- Wie erkenne ich Schwierigkeiten in einem bestehenden Ablauf?
- Wie überprüfe ich, ob die gewünschten Ergebnisse erreicht wurden?
Weitere Themen sind die Auswertung von Informationen, die Verwendung von Statistiken und die Untersuchung von Ursachen organisatorischer Schwierigkeiten.
Nach scientologischem Verständnis sollen diese Verfahren helfen, Tätigkeiten systematischer zu gestalten und Aufgaben zielgerichteter zu bewältigen.
Viele der angesprochenen Fragen sind auch aus dem allgemeinen Zeit- und Projektmanagement bekannt. Hubbards administrative Technologie verbindet sie jedoch mit eigenen Begriffen und Vorgehensweisen.
Was lernt man bei der Ausbildung zum Auditor?
Ein weiterer wesentlicher Bereich ist die Ausbildung zum Auditor.
Ein Auditor ist eine Person, die Auditingverfahren durchführt. Dafür muss sie die jeweiligen Abläufe, Fragen und Anweisungen kennen und lernen, diese entsprechend den vorgesehenen Regeln anzuwenden.
Die Ausbildung verbindet theoretisches Studium mit praktischen Übungen.
Dazu gehören das Verstehen der Verfahrensschritte, das Einüben bestimmter Kommunikationsabläufe und die Anwendung der Regeln für Auditing-Sitzungen.
Eine wichtige Rolle spielen sogenannte Trainingsübungen, häufig mit der englischen Abkürzung TRs bezeichnet.
Hubbard beschrieb solche Übungen als Grundlage für die Ausbildung von Auditoren. Sie dienen unter anderem dazu, bestimmte Kommunikationsfertigkeiten und Verhaltensweisen für die Durchführung von Auditingverfahren einzuüben.
Bei Verfahren, in denen ein E-Meter verwendet wird, gehört auch der Umgang mit diesem Gerät zur entsprechenden Ausbildung.
Eine weitere Form ist das Ko-Auditing. Dabei lernen zwei Personen bestimmte Verfahren und wenden sie im Rahmen ihrer Ausbildung gegenseitig an.
Nach scientologischem Verständnis soll die Auditorenausbildung dazu befähigen, die erlernten Verfahren bei anderen Menschen anzuwenden.
Sie ist jedoch nicht mit einer staatlich anerkannten Qualifikation in Medizin, Psychotherapie oder psychologischer Beratung gleichzusetzen.
Wie Auditing im Einzelnen abläuft, welche Rolle der Auditor übernimmt und wie das E-Meter verwendet wird, erklären wir ausführlicher auf unserer Seite über Auditing.
Welche Rolle spielt die Ausbildung auf der Brücke?
In Scientology werden Auditing und Ausbildung als zwei miteinander verbundene Bereiche betrachtet.
Beide gehören zur sogenannten Brücke. Damit wird ein stufenweise aufgebauter Weg bezeichnet, auf dem bestimmte Kenntnisse, Fähigkeiten und nach scientologischem Verständnis geistige Entwicklungsstufen erreicht werden sollen.
Die vorgesehenen Schritte werden auf sogenannten Gradkarten dargestellt.
Auf der Auditingseite durchläuft eine Person bestimmte Verfahren selbst. Auf der Ausbildungsseite erlernt sie die entsprechenden Grundlagen und gegebenenfalls deren Anwendung als Auditor.
Beide Bereiche können sich ergänzen: Wer Auditing erhält, kennt die Verfahren aus der Perspektive des Teilnehmers. Wer eine Auditorenausbildung absolviert, beschäftigt sich zusätzlich mit den Regeln ihrer Durchführung.
Nicht jeder praktische oder administrative Kurs stellt dabei automatisch eine eigene Stufe auf der Brücke dar.
Warum ist Ausbildung ein wichtiger Bestandteil von Scientology?
Ausbildung ist neben Auditing ein grundlegender Bestandteil der Scientology-Praxis.
Sie umfasst das Studium von Hubbards Schriften, die Anwendung bestimmter Lernverfahren, praktische Übungen, organisatorische Kenntnisse und die Ausbildung zum Auditor.
Ihr gemeinsamer Grundgedanke besteht darin, Wissen nicht nur aufzunehmen, sondern es zu verstehen und praktisch anwenden zu können.
Nach scientologischem Verständnis soll dies Menschen dabei unterstützen, bewusster zu handeln, Aufgaben selbstständiger zu bewältigen und Verantwortung für unterschiedliche Lebensbereiche zu übernehmen.
Wer Scientology verstehen möchte, sollte deshalb neben dem Auditing auch die Ausbildung kennenlernen. Sie zeigt, wie die Inhalte der Lehre vermittelt werden und welche Bedeutung ihre praktische Anwendung innerhalb von Scientology hat.
Quellen und weiterführende Informationen
L. Ron Hubbard: „Study Definitions“, HCO Bulletin vom 21. September 1970. Begriffe und Grundlagen des Kursablaufs, unter anderem Kursblatt, Theorie und Praxis. Verfügbar in den Kursmaterialien auf stss.nl.
L. Ron Hubbard: „Barriers to Study“, HCO Bulletin vom 25. Juni 1971, revidiert am 25. November 1974. Die drei Lernhindernisse der Studiertechnologie.
L. Ron Hubbard: „Training Drills Remodernized“, HCO Bulletin vom 16. August 1971, revidiert am 5. Juli 1978. Trainingsübungen im Rahmen der Auditorenausbildung. Verfügbar in den Kursmaterialien auf stss.nl.
L. Ron Hubbard: „Handling Policy, Plans, Programs, Projects and Orders Defined“, HCO Policy Letter vom 29. Februar 1972. Grundlagen der administrativen Planung und Durchführung. Verfügbar im Data Eval Course auf stss.nl.